Kinderfuß

Foto Kinderfüße

Wo drückt der (Kinder)schuh?

Welcher Schuh ist für mein Kind der richtige? Was muss ich beim Kauf beachten? Sollte mein Kind Einlagen tragen? Fragen, die sich die meisten Eltern irgendwann einmal stellen. Was viele nicht wissen: Nicht nur ein zu kleiner, sondern auch ein zu großer oder zu breiter Schuh ist ungünstig für die Fußentwicklung.

„Der kindliche Fuß ist kein Erwachsenenfuß“,

betont Prof. Dr. Dieter Rosenbaum, Funktionsbereich Bewegungsanalytik der Klinik und Poliklinik für Allgemeine Orthopädie am Universitätsklinikum Münster. Die Grundlagen für das Fußskelett sind überwiegend knorpelig angelegt, die dadurch entstehende weiche und leicht verformbare Struktur machen den Kinderfuß empfindlich gegenüber nicht passenden Schuhen. Höchstens zwei Prozent der Fußschäden seien angeboren, so Rosenbaum, die restlichen entstünden durch Bewegungsmangel und / oder nicht passende Schuhe.

Verschiedene Entwicklungsphasen

Der Kinderfuß macht bis zum Wachstumsabschluss verschiedene Entwicklungsphasen durch. Im Alter von zwei Jahren ist es durchaus möglich, dass die Fußlänge um zwei Zentimeter innerhalb eines Jahres zunimmt, dadurch werden drei Schuhgrößen durchlaufen. Im Alter von fünf bis 14 Jahren wächst der Kinderfuß durchschnittlich 0,9 Zentimeter pro Jahr. Die Schuhgröße sollte deshalb regelmäßig alle drei bis sechs Monate überprüft werden, um dem Tragen zu kleiner Schuhe vorzubeugen.

Kinder sind in dieser Zeit sehr anpassungsfähig und noch nicht so schmerzempfindlich

Abbildung von einem KinderschuhDer Kinderfuß ist weich und aufgrund dieser Tatsache passe er auch in viel zu kleine Schuhe, betont auch Kerstin Bosch, Diplom-Sportwissenschaftlerin. Das Nervensystem sei in der frühen kindlichen Phase noch nicht so weit ausgereift, dass der zu kleine Schuhe als unangenehm empfunden werde. Kinder sind in dieser Zeit sehr anpassungsfähig und noch nicht so schmerzempfindlich. Das dauerhafte, über mehrere Entwicklungsstufen reichende Tragen zu kleiner Schuhe könne neben Stauchungen der Zehen und einer dadurch bedingten Entstehung des Hallux valgus (Ballengroßzehe) auch zur Änderung der natürlichen Zugrichtung der Muskulatur führen, so Bosch. Weitere mögliche Folgen zu kleiner Schuhe sind Durchblutungsstörungen, die durch Stellungsänderungen der Gelenke und der Muskulatur entstehen. Fazit: Ist die Basis – der Fuß – beeinträchtigt, wirkt sich dies auf den ganzen Körper aus.

Großer und breiter Schuh ungünstig für die Fußentwicklung

Doch auch ein zu großer oder zu breiter Schuh ist ungünstig für die Fußentwicklung. Zu viel Spielraum lässt den Fuß im Schuh hin und her rutschen; die Zehen stoßen immer wieder an die Zehenkappe oder an den Innenrand des Schuhs. Wegen des schnellen Fußwachstums kommt der richtigen Fußversorgung eine enorme Bedeutung zu. Der Kinderschuh muss neben ausreichendem Freiraum auch das nötige Maß an muskulärer Stabilisierung für den Fuß erlauben.

Quelle: ZFD